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Bellanca Decathlon

Bellanca Citabria

Seit über einem Jahr fliege und schleppe ich jetzt mit meinem Kadett2400. Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit dem Kadett, doch für die größeren Segler reichen die 1600 W nicht. Und ganz ehrlich, mehr Motorleistung will ich der filigranen Balsa-Konstruktion nicht zumuten.

Auf der Suche nach einem geeigneten Schlepper kommt man von der Wilga, über diverse Pipers zwangsläufig zur Bellanca.

Die Bellanca gibt es in den verschiedensten Varianten, die Citabria bzw. Decathlon oder Super Decathlon sind sicherlich die bekanntesten. Informationen über die Bellas, wie sie auch liebevoll genannt werden findet man beim Hersteller unter http://www.amerchampionaircraft.com/

Für den Schlepp mit Elektro-Antrieb bieten sich meiner Meinung nach Modelle mit ca. 2,5m an: groß genug um die Fluglage auch in 300-400m noch zu erkennen und noch mit 10S im normalen Rahmen finanzierbar. Bei der Größe fällt einem spontan die Bella XS von Weiershäuser ein oder auch die neue Bellanca von VOX, bekannt geworden durch seine Bauberichte im Forum. Diese reinen Holzkonstruktionen versprechen viele Stunden Bastel-Spass , daher habe ich mich für eine Bella mit GFK Rumpf und Stryroflächen entschieden. ROWI bietet diverse " Bausätze" an. Der "Bausatz" der Bella besteht aus einem GFK Rumpf, Radschuhen, Styrokerne für die Flächen und einer 10mm Balsaplatte für die Leitwerke. Auf der Platte sind die Geometrien aufgezeichnet, ein Dreiseitenansicht und eine Bericht aus der MFI schließt die Lieferung des "Bausatzes" ab.

Spätestens hier wird klar: die Bella von ROWi ist nichts für den Anfänger im Bauen solcher Modelle. Bitte klicken Sie auf weiter um zum Anfang des Bauberichts zu kommen.


Bau der Leitwerke

Gestartet bin ich mit den Leitwerken: ich habe diese aus Styropor geschnitten Die Bauweise habe ich bereits hier beschrieben, daher werde ich im einzelnen nicht mehr darauf eingehen und lasse die Bilder für sich sprechen.

Profil "Ebene Platte" für das HLW. Sämtliche Verstärkungen, Rippen und Steckungen werden in den Kern eingearbeitet:

und das 1,5mm Balsa Holz sowie das Gewebe zu geschnitten, nach dem laminieren wandert das Höhenleitwerk für 24h in den Vakuumsack.

Parallel wird das Seitenruder geschnitten und auch hier wird alles vorbereitet:

Die Rundung des Ruders wird mit Matte belegt:

und wieder ganzflächig mit 169er Glas unterlegt

Verschliffen sehen die Leitwerke dann so aus:


Steckung

Die Steckung hat einen Durchmesser von 35mm und wird von Petrausch unter dem Namen Strongal vertrieben.

Die Rohre für die Steckung habe ich mir selbst gemacht. Dazu wird das Rohr mit einer dünnen Folie geschützt und bekommt sicherheitshalber noch eine Lage Folientrennmittel.

Es wird ganz fein Sprühkleber auf das Rohr genebelt und die erste Lage 80g Glas sauber und glatt aufgebracht.

Abschließend folgen für die Rohre in den Flächen noch 2 Lagen 80er Glas und für das Rohr im Rumpf eine Lage CFK für die Optik ;-)


Bau der Tragflächen

Die Rippen für die Wurzel (im Rumpf wie auch an den Flächen) sowie die Stützrippen in den Flächen habe ich aus 4mm Sperrholz angefertigt. Die Rippen an den Randbögen sind aus 3mm Balsa.

Die Bohrung für die Steckung wird angebracht:

Die Wurzelrippe wird angeklebt, bekommt gleich noch eine Verstärkung mit Einschlagmutter für die spätere Flächenbefestigung.

Leider hat ROWI die Nase nicht mitgeschnitten und sieht wohl vor, "wie früher üblich", eine Nasenleiste aus Holz an zukleben und in Form zu verschleifen.

Da ich dazu erstens zu faul bin und zweitens für den E-Flug jedes Gramm spare, habe ich eine Styroleiste angeklebt und die Nase geschnitten:

Balsaholz (1,5er) wird beidseitig feucht gemacht und um die Nasenleiste gezogen

Alles liegt sauber an und wird zum trocknen zwei Tage an die Seite gelegt.

Die Kontrolle der Steckung ergab, dass die Bohrung nicht winklig angebracht wurde.

Nach der Korrektur ist alles im Lot ;-)

Nochmals Kontrollieren ob alles passt, denn wenn nach der Beplankung etwas auffällt ist es zu spät.

Das Rohr wird zwischen der Wurzel- und Stützrippe nach oben abgestützt:

Die Flächen wurden an der Wurzel großflächig mit 160er Kohle und dann ganzflächig abgestuft mit 168er und 80g Glas belegt.

Eine Flächenhälfte wiegt ca. 850g. Der Randbogen ist ein Mix aus Balsa und Pappelsperrholz. Für maximalen Flugspass, habe ich der Bella über die gesamte Länge große Ruder verpasst. Die Ruder sind mit 3mm Balsa verkastet. Querruder mit normalen Scharnieren und die Bremsklappen mit den WK Scharnieren von Robbe

 


Der Rumpf

Der Rumpf benötigt noch ein paar Spanten um entsprechende Festigkeit zu haben. Um die Spanten zu konstruieren habe ich den Rumpf auf der Arbeitsplatte ausgerichtet und mit einem Winkel und Messschieber vermessen.

Sämtliche Daten habe ich direkt am Rumpf notiert um später die Spanten zu zeichnen. Da die Messwerte nur Näherungen sind, wurde der erste Versuch nur aus billigem Pappelsperrholz erstellt. Diese Spanten konnten entsprechend nach bearbeitet oder neu angefertigt werden, bevor die endgültigen Maße auf das 4mm Flugzeugsperrholz aus Buche übertragen wurden.

Nach ein paar Stunden Arbeit sieht der Innenraum der Bella nun so aus:

Seitlich habe ich noch Leisten eingearbeitet:

 

zwischendurch ein paar Blicke auf das Fahrwerk und mal provisorisch die Räder in die Radschuhe und schöne CFK Fahrwerk dran halten:

Diese 5mm Sperrholzkonstruktion nimmt das Fahrwerk auf und wird später satt in den Rumpf geharzt:

Von unten sieht man die Einschlagmuttern. Diese sichere ich mit ein paar Tropfen Harz, damit sie nicht bei der Montage nach innen herausfallen können.

Und nochmals die Fahrwerksaufnahme diesmal im Rumpf eingeklebt. Sie leitet die Kräfte zusätzlich noch über die seitlichen 4mm Sperrholzbrettchen in die Seitenwände ein.

und damit verlassen wir erst einmal das Fahrwerk und kleben die gesamten Spanten ein:

 

Position der Schleppkupplung und des Servos:

und hier mit montierter Schleppkupplung:


Der Rohbau ist fertig

Jetzt müssen "nur noch" alle Servos eingebaut, die Klappen angelenkt und die Bespannung aufgebracht werden.  Zum vorläufigen Bauabschluss noch ein paar Außenbilder:

Die Bellanca ist schon ein "richtiges" Flugzeug und füllt ganz gut den 5er Kombi aus:

 

Das  montierte Fahrwerk