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Mini Elli Baubericht

Ich habe bisher nur allgemeines über die Mini Elli geschrieben und einige Fragen zum Bau per Mail beantwortet. Daher habe ich mich entschlossen, auch einen detaillierten Baubericht für die Mini Elli zu machen. Im weiteren geht es sowohl um den Aufbau der ME als Segler als auch die Elektro-Version.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Der "Bau" der Tragfläche

Neben Rumpf, Leitwerk und der Fläche liegen diese Kleinteile dem Bausatz bei:

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Wir starten mit den Bohrungen für die Verkabelung. Im Bild zu sehen, ist die vordere Bohrung.

Sie ist kurz vor dem "Jaro" Zeichen angebracht und man sieht den Stützstoff, den man ein wenig rauspulen muss:

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Auf diesem Bild sieht man die Bohrung innerhalb des Servoschachts:

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Die Servos werden eingeschrumpft oder wie hier mit Klebeband eingepackt und später in die Fläche geklebt:

Das Servokabel ist vorbereitet - einmal eine Steckverbindung im Rumpf (von der Fläche zum Empfänger) und den Flächenstecker mit Anschlüssen an den Servos. Ich löte die Servos nicht an, damit ich bei einem Defekt schnell die Servos austauschen kann.

Um das Kabel in die Fläche zu ziehen, verwende ich einen Stahldraht an dessen Ende das Servokabel befestigt ist :

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Geschafft! Das Kabel ist drin. Da die Servokabel gerne beim zusammenstecken abbrechen, bekommen alle  grünen MPX Stecker bei mir einen "Mantel" aus angedicktem 5min Epoxy.

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Auch im Servoschacht liegt das Kabel:

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Die hier verwendeten D60 reichen völlig. Es passen auch HS82MG, HS85 MG  oder C341 in den Servoschacht. Vor dem Einbau wird das Servo in die Mitte gefahren und die der Servoarm einige Zacken nach vorne montiert. Damit bekommt man einen größeren Ausschlag nach oben hin. Dieses ist später wichtig zum Bremsen.

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Es wird mit einem heissen und nicht zu kleinen Lötkolben gearbeitet. Die Lötstelle wird erwärmt und das Lötzinn zu geführt. Die Löstelle sollte hinterher glänzen, keine "Fäden ziehen und keine Knubbel habe...  Ich wurde mal gefragt, woran man sieht ob eine Lötstelle gelungen ist. Ich denke diese ist es ;- )

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Man spart sich viel Arbeit, wenn man auch das zweite Querruderservo mechanisch genauso einstellt wie das erste....   

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Die Servos kommen jetzt in die Fläche und werden mit kleinen Leisten fixiert:

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Wir rühren ein wenig Harz an:

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und kleben die Servos an einigen wenigen Punkten in die Fläche:

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Klebetipp

Nicht viel hilft viel ! Im Falle eines Defekts muss man das Servo austauschen können, ohne das dabei die Fläche kaputt geht.

Die Abdeckhauben klebe ich mit dem im Bild gezeigten Kontaktkleber an. Das hält ordentlich - lässt sich aber im Reparaturfall leicht lösen.

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Der "Tragflächenbau" wird damit abgeschlossen, dass der vordere Befestigungspin eingeklebt wird:

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Im Rumpf, bedarf das Loch noch ein wenig Nacharbeit mit einer Rundfeile. Erst den Pin in die Fläche kleben und nach dem aushärten,  die Orientierung ansehen: meistens muss das Loch nicht Symmetrisch geweitet werden, sondern nur oben an der inneren Naht. Das sieht man aber dann, wenn die Fläche nicht aufliegt und an der Endleiste hoch steht. Die Fläche muss ohne Verspannung "auf schraubbar"  sein - sonst sprengt es irgendwann die Rumpfnaht.


Höhenleitwerk

Der Stützstoff im Rumpf wird der VLW Form entsprechend entfernt:

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und die Löcher für die Stifte gebohrt

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Auch hier kommt wieder "ordentliches" Harz zum Einsatz - Stifte ordentlich ausrichten...

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Und ganz wichtig: vorher nicht kürzen ! Man braucht die Länge um einen vernünftigen Hebel zu bekommen.

Nachdem der Harz ausgehärtet ist. Verklebe ich die die Stfite von der Innenseite, indem ich die Ruder weit nach hinten biege und etwas Harz rund um den Stift auftrage. So dann liegen lassen, damit das Harz nicht nach vorne in den Scharnierbereich laufen kann.

 

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Sollte das Ruder ein wenig klemmen muss mit feinem Schmiergelpapier ein wenig nachgearbeitet werden:

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Die EWD braucht man nicht nach zu messen. Das Leitwerk richtet man nach Auge einfach in der Auflage aus, nur darauf achten, dass vorne an der Rumpfnaht keine Grate mehr sind. Die Leitwerksunterseite und auch die Auflage vorher anschleifen. Zum verkleben kann man leicht angedicktes 24h Epoxy oder auch Uhu Plus nehmen.

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Änderungen für das V-Leitwerk

Soll nur ein Servo für Höhe genommen werden, hat sich folgende Anlenkung bewährt:

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Ein durchgehender 0,8er Stahldraht erhält einen zusätzlich abgewinkelten Draht.

Dieser wird zur besseren Fixierung mit dünnem Kupferdraht umwickelt:

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Die beiden Drähte werden eingehangen und ausgerichtet:

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Wenn es ordentlich ausgerichtet ist kann die Stelle verlötet werden:

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Sollte man die Stifte für die Anlenkung nicht mehr haben oder nicht verwenden wollen, kann man sich auch aus GFK die Hebel selber schneiden. Dabei ist wie bereits erwähnt ,darauf zu achten dass die Hebel entsprechend lang sind:

e_hlw_anlenkung

 


 

Rumpf und RC-Einbau

Die letzten Rümpfe die ich von Jaro bekommen habe, hatten alle eine Lage Kevlar - zu erkennen an der "gelben Schicht". Diese habe ich im Gegensatz zu den alten GFK Rümpfen nicht mehr verstärkt. Im folgenden Bild sieht man die  Verstärkungen die ich immer eingebaut habe. Ein "Ring" aus CFK im Bereich zwischen Haube und Nasenleiste und dahinter im Bereich der Verschraubung. Die Kanten dabei mit ausreichend angedickten Harz  ausrunden. Gerade beim rauen Hangflug der schon mal mit einem Dreher am Boden endet schützt das vor Rissbildung am Rumpf.
Das bei den ersten schlechteren Landungen die Anformung von der Nasenleiste am Rumpf abplatzen, ist übrigens "normal" und gehört zu den Gebrauchspuren einer Mini Elli ;-)

 

e_verstarkungen

 

_seglerrumpf

 

 

Die Hauben kann man einfach mit Klebeband fixieren oder was wesentlich schöner ist, sie bekommen zur Befestigung einen Draht aufgeklebt. In der Mitte wird dieser mit angedicktem Harz und einem kleinen Streifen Glasgewebe dauerhaft fixiert.

 

DSC06624

 

_segler

Der Ausbau des Elektrorumpf

Der Motorspant enhält schon alle "Bohrungen" für die gebräuchlichsten Antriebe.

Für meinen Kontronik FUN 480 habe ich die drei Löcher gebohrt:

 

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Da der 3S2100mAh Lipo Akku noch wechselbar sein soll muss jeder Milimeter ordentlich genutzt werden.

Der Kontronik Jazz 55 wird daher so "verpackt":

e_antrieb1

und anschliessend im Modell verbaut:

e_antrieb2

Das HLW Servo - hier ein hochwertiges DS 368 wird mit einer Balsaplatte einfach an die Rumpfseitenwand geklebt.

e_hlw_servo

So sieht der Rumpf mit allen Einbauten aus:

e_mit2200mah_lipo

Keine Sorge, vor dem Flug hat der Servoarm noch seine Befestigungsschraube bekommen ;-)

 


 

Einstellungen / Ruderausschläge

Es ist leider nicht immer so, dass die Herstellerangaben zum Schwerpunkt und zu den Ruderausschläge passen, aber die von Jaro angegebenen Einstellungen passen super. Der Schwerpunkt liegt bei 70 mm (gemessen an der Wurzel von Nasenleiste). Der Höhenruderausschlag soll +- 4mm betragen - wer sich daran nicht  hält und wesentlich größere Ausschläge verwendet, dem reisst die Strömung am Leitwerk ab, was zu spektakulären Fassrollen führt. Der Ausschlag der Querruder liegt bei 11mm nach oben und 5mm nach unten. Zur Landung werden die Ruder 20mm nach oben gefahren und ein wenig Tiefe dazu gemischt.

e_im_flug2

Optimierung der Flugeigenschaften

für die ersten Flüge braucht man nichts zu verändern und folgt den Hinweisen von Jaro. Wenn man aber nach ein paar Flügen mit der ME vertraut ist, geht man am besten wie folgt vor:

Du unterlegst die Fläche mit kurzen Tesa Streifen im Bereich kurz hinter der Schraube (nicht direkt an der Endleiste - da Du sonst beim Fläche aufschrauben nur die Endleiste verbiegst und wir wollen ja den Anstellwinkel verringern)
Gehe dabei schrittweise vor - immer so 2-3 Lagen Tesa und reduziere schrittweise auch das Blei in der Nase. Nach dem Start gewinnst Du erst einmal Höhe, musst Du arg Höhe ziehen kannst Du gleich wieder landen und Blei rausnehmen. Wenn das Höhenruder in der Flucht steht, stichst Du die ME an und schaust nach was passiert: fängt sie sich ab, kann weiter Blei raus / unterschneidet sie (strebt in zunehmenden Winkel  gegen den Boden fehlt Blei in der Nase. Optimal ist wenn sie einfach in dem gleichen Winkel weiter liegt. Der ganze Vorgang ist iterativ: Du wiederholst es solange bis die Grundgeschwindigkeit so hoch ist, dass die ME auch bei 4 Windstärken noch deutlich vorwärts fliegt. Bei mir sind knapp 2mm unterlegt. Ich erreiche damit hervoragende Flugeigenschaften von 1- 5 Windärken, vollkommen ohne Ballast.

Wenn Du abschliessend mit den Flugeigenschaften zufrieden bist, wachst Du die Flächenunterseite im Wurzelbereich, schleifst den Rumpf im Wurzelbereich an und bringst angedicktes Harz im hinteren Bereich auf. Wenn dieser gehärtet ist, kannst Du den ganzen Packen Tesastreifen abziehen, erneut schleifen und Harz aufbringen und VORSICHTIG festschrauben - s.o. (sonst wird nur die Endleiste verbogen )