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Turbo 2008 von W. Zach

Nach meinem ersten Wettbewerb habe ich schnell ein leistungsstarkes SAL Modell gebraucht. Die meisten SAL Wettbewerbsmodelle schieden aufgrund der langen Lieferzeit aus. Ich wollte ja noch in 2008 den einen oder anderen Wettbewerb besuchen. Über den Turbo hatte ich schon einiges gutes gehört und vergeblich habe ich eine Webseite gesucht. Im Forum wurde ich darauf hingewiesen daß Wolfgang Zach - der Vater der Turbos - nur über sein Telefon zu erreichen ist. Kurzerhand habe ich ihn angerufen und wurde nett beraten. Da ich einen universellen Einsatz wollte, hat mir Wolfgang sein Windmodell zusätzlich empfohlen. Dabei werden die Querruder herausgetrennt, rechts und links getauscht und umgedreht montiert. Durch das veränderte Profil ist der Turbo dann auch bei Wind sehr gut einsetzbar. Da beide Turbos in einen Versandkarton passen lieferte die Post nur zwei Wochen später meine Turbos ;-)

Preislich ist der Turbo auch konkurrenzlos günstig - für beide Modelle inkl. Versand habe ich nur 700 Euro bezahlt.

Die Teile wurden nach dem auspacken, begutachtet und auf die Waage gelegt:

Rumpf 41g
Seitenleitwerk 5g
Höhenleiwerk 6g
normale Fläche 129g

_turbo_01

Wolfgang Zach setzt auf Erfahrung der Modellflieger die seine Modelle kaufen, denn es liegt nur eine Din A4 Seite mit handschriftlichen Skizzen und der Telefonnummer von Wolfgang dabei. Nur durch das Studium der Zeichnung alleine, kommt man nicht weiter. Es wird erst klar was gemeint ist, wenn man sich alle Teile zusammen nimmt um die Anleitung zu verstehen. Abschließend habe ich noch kurz ein zwei Punkte mit Wolfgang am Telefon besprochen und dann konnte der Bau beginnen.

Gestartet bin ich mit dem Rumpf. Der Rumpf besteht aus einem einem Vorderteil welches mit Schaumkleber mit einem CFK Rohr verklebt ist. Die Haube ist "2,4GHz Ready" in Kevlar gefertigt.

_rumpf

Das Servobrett wurde beidseitig mit 69er Kohle belegt und anschließend mit ein paar umlaufenden CFK Rovings in den Rumpf geklebt. Das ist nicht unbedingt nötig, sieht aber schicker aus und versteift den vorderen Rumpf.

_rumpf_rcbrett1

_rumpf_rcbrett2

_rumpf_rcbrett3

Bevor man mit dem Seitenleitwerk anfängt, muß man sich im klaren sein, ob man mit der rechten oder mit der linken Hand wirft. Da ich Rechtshänder bin, sollte das Ruder von rechts (in Flugrichtung) angelenkt werden. Das Ruderhorn habe ich aus dünner GFK Platte ausgesägt und an das Seitenruder geklebt.

Ruderhorn

_slw2

_slw3

Tipp:
Im Bereich der Feder ein wenig Balsa mit einem Tropfen Sekundenkleber kleben, erhöht die Festigkeit. Die Feder ist so stark, daß sie sonst auf Dauer das Ruder direkt im Scharnierbereich deformiert.

_slw

festkleben der Höhenruderwippe:

_hlw_wippe

und ausrichten des SLW

_hlw_wippe2

Die Leitwerke werden via Angelvorfachschnurr (die dem Bausatz dabei liegt) angelenkt. Im Rumpf müssen daher hinten zwei Stellen geöffnet werden. Bohrung von den Austrittslöchern/ Verstärkung:

_leitwerke

Tipp:
Es ist empfehlenswert die Steckung des Seitenleitwerks, sowie die Höhenruderwippe mit einem halben CFK Roving zu umwickeln und so der Verklebung zusätzliche Stabilität zu geben. Den Roving stramm um die Bauteile wickeln und mit dünnflüssigen Sekundenkleber tränken. Für eine saubere und optisch ansprechende Verklebung muss man einige Zeit das Rovingende stramm halten, da Aktivatorspray tabu ist.

Montage des HLW

Auf den hinteren CFK Verbinder die zum Ring verknotete Schnurr aufschieben. Anschließend die Hälften aufschieben und jetzt folgt eine etwas fummelige Aufgabe:
die Feder vorne in die Bohrung schieben und anschließend um 180 Grad verdrehen und das Ende der Feder in die hintere Bohrung führen. Das gelingt am besten mit eine kleinen Spitzzange. Vorher evtl. die Löcher in der Leitwerkshälfte sichten. ;- ) Die beiden Hälften werden mit zwei kleinen Streifen Tesa fixiert.

RC Einbau

Die RC Anlange besteht aus einem Graupner SMC 16 Scan Empfänger, zwei D47 Servos für Höhe / Seite und zwei D60 Servos für die Querruder. Entgegen dem Einbauvorschlag von Wolfgang habe ich die Querruderservos nicht in den Rumpf eingebaut, sondern direkt in die Fläche. Dieses ist sicherlich ein paar Gramm schwerer, aber meiner Meinung nach ergibt sich so eine spiel - umd flatterfreie Anlenkung. Als Akku setze ich 4 Zellen KAN 350 mAh ein.

_rc

Die Antenne des Empfängers wurde gekürzt und ein dünner Kupferlackdraht angelötet.

_rc_anaordnung

_rc_anaordnung2

Damit man bei einem evtl. Servotausch oder aber wenn man etwas nachstellen muß, nicht gleich eine neue Schnur durch den engen Rumpf fädeln muß, habe ich vor der Schnur einen kleinen Ring aus Kupferlackdraht gemacht. Nun besteht die Möglichkeit durch Austausch des kleinen Stückchen Drahtes schnell die notwendigen Änderungen durchzuführen.

_servos_detail

Die Steckverbindung zum Flügel ist mit einem 4 poligen grauen MPX Stecker gemacht - dabei ist natürlich auf die Polung des Steckers beachten - schwarze Markierung müssen aufeinander liegen.

_zentralstecker

Zuletzt die Fläche

Die Ruder müssen noch ausgesägt werden. Bei meinem ersten Turbo habe ich das Mittelteil entfernt. Die Kante ist aber weder optisch ansprechend, noch kann es aerodynamisch gut sein. Daher habe ich sie bei den weiteren Turbos am Flügel gelassen und der Rumpfform entsprechend fixiert. Saubere Schnitte bekomme ich nur mit einer kleinen Trennscheibe hin. Mit der Laubsäge sieht das Ergebniss eher schlecht aus:

_flaeche_quer_wurzel

Die Fläche wird von unten geöffnet und das Querruderservo mit 2 Punkten 5 Min. Epoxy fixiert. Wie man auf de Bild erkennen kann habe ich eine Augschraube und 1mm Stahldraht verwendet. Da flattert auch bei starken Werfern nichts.

_flaeche_quer

Dem Bausatz liegt ein Stückchen CFK bei (vermutlich ein Teil eines Rohres) welches als Blade eingesetzt werden soll. Ich hatte von einem Modellflugkollgeen noch ein schönes Balde in der Schublade liegen, welches ich meinem Turbo implantiert habe. Wichtig dabei ist, dass man das Loch nicht zu großzügig auslegt. Man sollte sich vorsichtig an die optimale Größe heran arbeiten, damit das Blade schön bündig anliegt. Nur so ist eine kraftschlüssige Verbindung möglich. Das man eine solche hochbelastete Stelle mit hochwertigen Harz (kein 5min Epoxy) klebt versteht sich hoffentlich von selbst.

_r_blade

Die Dichtlippe wird aus durchsichtigem Klebefilm erstellt. Die Hälfte steht dabei über und damit es nicht festklebt, wird sie mit Microballoons bestreut - es geht aber auch Mehl oder ähnliches.

_flaeche_dichtlippe

und noch mal im Detail

_flaeche_dichtlippe2

_turbo_02

Wenn man einen Turbo gebaut hat, lassen sich weitere innerhalb eines Tages locker bauen. Ich habe zusammen mit einem Freund seinen Turbo Samstagmittags angefangen und am Sonntagvormittag den Bau abgeschlossen, so das wir Nachmittags schon die ersten Flüge machen konnten.

 

Allgemeine Einstellungen

Das Fluggewicht geträgt 290g - sicherlich könnte man den Turbo noch leichter bauen wenn man die Querruderservos in den Rumpf einbauen würde. Ich wollte aber lieber eine Flatterfeste Anlenkung statt 5-10g weniger Gewicht. Der Schwerpunkt wird bei 75mm angegeben und sollte dann erflogen werden. Der Abstand zwischen Endleiste des HLW und Rohr beträgt 15mm. Die Querruder stehen mit den Randbögen im Strack und nicht innen am Rumpf. Die Ruderausschläge sind bei mir in den Flugzuständen überall gleich. In allen Flugständen ist SnapFlap mit 2mm eingestellt.

Ausschlag nach oben ist mit plus ein Ausschlag nach unten mit einem minus gekennzeichnet.

HLW + 9mm - 7mm
SLW + 22mm
- 22mm
Querruder + 20mm - 8mm mit 60% Expo

Startstellung
HLW -1mm
Quer +2mm

Thermikstellung
Quer -2mm

Krähe / Butterfly
HLW -5mm
Quer -26mm
Zum Quer Seite dabei mixen

Turbo 2008

Eine Turbofläche ist beim werfen ziemlich nahe der Mitte durchgebrochen. Wolfgang reagierte prompt und hat mit innerhalb einiger Tage eine neue zukommen lassen. Interessanterweise ist diese ein wenig schwerer und wiegt 137g.
Der Turbo war in 2008 das am meisten geflogene Modell. Alleine mit den "normalen" Turbo habe ich knapp 30 Flugstunden gehabt. Ich habe es geliebt mit hohen Anstellwinkel durch die Luft zu schieben und sobald es aufwärts geht in engen Kreisen zu steigen. Ich bin den Stobel, den Salpeter und das Steigeisen geflogen aber so gutmütig und "alles verzeihend" wie der Turbo ist keiner. Es ist einfach unglaublich wie langsam man den Turbo machen kann bevor er abreisst. Die anderen genannten Modelle verlieren bei einer schlecht geflogenen Kurve gleich richtig Höhe.

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