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ASK 21 von Thermoflügel

Nachdem ich einigen vorbildgetreuen Seglern die Nase "geraubt" habe um sie zu elektrifizieren, wuchs der Wunsch nach einer vorbildgetreuen Motorisierung mit einem Klapptriebwerk. Die ASK21 gefiel mir schon seit langem und der Markt wurde sondiert:

Die Voll GFK ASK21 von Ralf Jüde gefiel mir besonders gut, schied aber aufgrund meiner Transportmöglichkeiten aus. Im Forum von RC-Network wurden Bilder von einer kleinen Version von Thermoflügel vorgestellt. Die Spannweite beträgt 3,6m und ein Fluggewicht ab 3500g wird angegeben.

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Die Bauweise des Rumpfes ist in GFK, welcher nachträglich komplett lackiert wird. Die Tragflächen sind Styro Funierbauweise, holmverstärkt, mit fertig verkasteten Rudern und eingebauten Landeklappen. Und das zu einem Preis von 333 Euro.

Nach einem langen telefonischen Gespräch mit Herrn Göller (Thermoflügel) wurde die ASK21 mit eingebauten Thekla Klapptriebwerk und ebenfalls eingebauten Fahrwerk im September 2006 bestellt. Die Lieferung wurde für Januar 2007 avisiert.

Im Januar wurde nach dem genauen Liefertermin gefragt und zu meiner Überraschung war der Auftrag bei Thermoflügel untergegangen. Aber Herr Göller versprach mir, dass schnell ein Modell für mich gefertigt werden soll.  Zwischenzeitlich lieferte ich die Servos für die Klappenbetätigung und auch den vorgeschlagen Motor an Herrn Göller.

Im März kam der erlösende Anruf, dass meine ASK21 kurz vor der Fertigstellung stehe und ich das Geld überweisen solle. Leider wurde krankheitsbedingt von Herrn Göller der Termin mehrfach verschoben, so dass ich erst im April 2007 das Modell geliefert bekam.

Bausatzinhalt
Der Bausatz ist etwas für echte Modellbauer: die Holzteile waren alle nur grob in Form gebracht und sind somit entsprechend nachzubearbeiten. Die Endleisten der Flächen waren nicht runtergeschliffen, sondern wiesen die doppelte Materialstärke vom Furnier auf (ca. 2-3mm). In einem Telefonat wies Herr Göller mich darauf hin, dass nirgendwo etwas von "bügelfertig" stehen würde und er gerne etwas "Fleisch" an den Flächen lasse - Thermoflügel überlässt die finale Schleif- und Anpassarbeit seinen Kunden.

ausgefranste Querruderschächte
Bild: ausgebrochene Kante am Servoschacht
grob verschliffene Fläche

Leider liess die Verpackung nicht genug Luft, daher waren beide Randbögen abgeschlagen:

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Der Rumpf strahlte in reinsten Weiss ganz ohne Naht, sehr massiv, das KTW und Räder sauber eingebaut.

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Da in der Endleiste kein verstärkendes Gewebe verarbeitet ist, ist sie nicht nur relativ weich, sondern an einer Fläche auch verzogen (siehe Bild):

Endleiste liegt nicht auf
rechte Fläche - dicke Endleiste

Holme und auch die "Verkastung" der Ruder zeichneten sich teilweise oben und unten in der Beplankung ab.

Beule in der Fläche

Das HLW war bereits an einer Seite verschliffen und hatte sich leicht verzogen.

Die mitgelieferten Kabinenhaubenrahmen sind recht massiv:

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Die Bauweise und Vorfertigung der Holzteile entsprechen nicht meiner Erfahrung mit Modellen zum Beispiel von Tangent (ich habe die Alpina Pro, die DG 600 ME und die ASH 26ME von Tangent) . Fairerweise muß man dazu sagen, dass die Modelle aber auch in einer anderen Preisklasse zu finden sind.  Gerne wäre ich aber bereit gewesen, für eine höhere Vorfertigung entsprechend mehr zu zahlen.

Eine richtige Bauanleitung ist nicht vorhanden, sondern nur ein paar Blätter DIN A4 mit Skizzen und Hinweisen. Wobei eigentlich klar ist, dass die ASK21 kein Erstlingswerk ist und schon Erfahrungen im Bau von solchen Modellen vorhanden sein soll.

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Der Bau
Aufgrund der anhaltenden Schlechtwetterperiode im Sommer 2007, begann ich mit dem Bau. Ich startete mit dem Bau der Tragflächen: Die abgebrochenen Randbögen wurden wieder angeklebt, verspachtelt und verschliffen.
Die Flächen wurden zuerst grob mit der Schleifmaus "geebnet" d.h. die hochstehende Beplankung die aus dem sich durchdrückenden Holm bzw. Verkastung resultiert, wurden abgeschliffen. Die "Kuhlen" in der näheren Umgebung wurden mit Leichtspachtel aufgefüllt.

verspachteltes HLW
gespachteltes HLW
verschliffen
Anschliessend wurden mit der langen Schleiflatte Nase und Endleiste in Form gebracht.

Die vorgeschnitten oder gestanzten Löcher (siehe Bild oben) wurden für die robbe Servorahmen größer gefräst und die Querruder ausgeschnitten.

Leider war die Ausfräsung der Querruder nicht gleich groß. Dieses habe ich aber nach "Morphys Law" erst gemerkt, als ich das vermeintlich kürzere Querruder komplett ausgeschnitten habe. Daher wurde der Spalt an der anderen Querruder-Ausfräsung mit angedicktem Harz ausgefüllt. Die Seiten der Querruder wurden nicht verkastet und von mir auch nur mit angedicktem Harz gefüllt.

Zwischenzeitlich kam ein Modellflugkollege zu Besuch, betrachtete das Modell und fragte mich, ob es einen Sinn habe, dass die Klappen vom KTW schief eingebaut sind (siehe Bild). Dabei fiel dann zu allem Überfluß noch auf, dass die Klappen unterschiedlich breit sind - die eine Klappe ist 2,5cm und die andere ist 3cm breit... Das sieht zwar unschön aus, aber im Flug wird man das wohl nicht merken.

schräge Klappen - rechts breiter

Die Störklappen wurden mit einem dünnen Streifen Balsa beklebt um die Höhe zum Furnier auszugleichen.

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Die Hitec HS81MG Servos, für die Betätigung der Störklappen, wurden in Schrumpfschlauch eingepackt und auf ein 5mm Balsbrettchen geklebt, welches vorab von mir ebenfalls in die Fläche geklebt wurde.

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Die Öffnung wurde anschliessend mit einem 3mm Balsadeckel verschlossen.

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Nachdem auch das Seitenleitwerk gebaut war, wurden alle Holzteile feingeschliffen und um die Oberfläche zu schliessen, dünn mit Harz eingestrichen. Danach erfolgte ein abschliessender Feinschliff um dann die Flächen mit Folie zu bekleben.

Der Bastelkeller sah in dieser Zeit aus wie eine Schreinerwerkstatt - alles mit feinem Holzstaub überzogen (siehe Bild). Bei den Schleifarbeiten sind etliche Stunden und viele Bögen Schleifleinen verbraucht worden.  ;-)

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Nach diesen Arbeiten wurde erst einmal der Keller gereinigt und einige Tage Pause eingelegt. Das HLW und das SLW musste noch an den Rumpf angepasst werden: Aus den Skizzen wurde die Position ermittelt, die Mutter für die HLW Befestigung eingeharzt und dann vorsichtig die Aussparung schrittweise für das Seitenruder ins HLW Ruder gefräst. Diese durch den Ausschnitt geschwächte Stelle ist herstellerseitig nicht mit eingelegtem Holz o.ä. verstärkt, daher habe ich in Eigenregie das Styropor entfernt und mit einigen Rovings ausgefüllt. Für die Seitenruderbefestigung bediente ich mich den Clipsen von Tangent. Diese wurden in die Abschlussleiste eingelassen und festgeklebt.

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Bevor die Seitenruderabschlussleiste montiert wurde habe ich das komplette Seitenleitwerk mit einem Glasgewebe umwickelten Styrokern verstärkt:
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_slw_flosse
Nun folgte die aufwändigste Arbeit, dass Anpassen der Kabinenrahmen: In Stundenlanger Arbeit, habe ich mich Stück für Stück herangearbeitet: Rahmen einsetzen, anzeichnen, wegschleifen, wieder Rahmen einsetzen, anzeichnen....
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Jetzt passt alles wunderbar, die vordere Haube hakt sich vorne ein und wird von der Hinteren gehalten. Da der Rahmen viele Lunker hat und ich keine Lust mehr auf Spachtel - und Schleif- arbeiten habe, habe ich den Rahmen einfach mit Granitspray bezogen, was die Löcher verschwinden lässt und auch ganz nett ausschaut.
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Als nächstes werden jetzt die Hauben beschnitten und Servos eingebaut....

Hier geht es zur ASK 21 von Thermoflügel Teil 2