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Doch zurück zu den einzelnen Bauabschnitten:

Am Beispiel der Leitwerke habe ich die einzelnen Schritte aufgeführt. Für alles werden Schablonen angefertigt, hier werden sie gerade auf das Mylar übertragen. Damit sich die Folie schön an der Nasenleiste anlegt, ist sie trotz ihrer 0,3mm Dicke, vorne zusätzlich mit dem Dremel schräg herunter geschliffen. Beim Schliefen schön vorsichtig sein, sonst ist schnell die Folie durch und somit nicht mehr zu gebrauchen. Das  Mylar schliesst an der Nasenleiste mit dem Kern ab und steht an der Endleiste ca. 3 mm über.

Auf dem Mylar sind alle erforderlichen Markierungen aufgebracht. Diese kennzeichnen die Positionen für die CFK-Verstärkungen und Scharnierlinien.

Die Folie muss gut mit Trennwachs behandelt werden, damit sich die Teile hinterher "entformen" lassen.

Die Folien müssen ablüften und werden überpoliert - den Vorgang wiederhole ich nach jeder Benutzung zweimal.

Ein kleiner Exkurs in die Gewichte von Leitwerken. Aufgrund des langen Hebelarms eines F3K /SAL Modells ist es notwendig am Heck so leicht wie möglich zu bauen. Ein um ein Gramm leichteres Leitwerk bedeutet ca. vier Gramm weniger Gewicht in der Nase. Das entspricht einer Einsparung von 5g. Das scheint nicht viel, aber bei drei Gramm am Heck sind es 15g in Summe was 6 % des gesamten Fluggewichts (260g) entspricht!

Ich habe mit verschiedenen Materialien experimentiert und hier die Massen festgehalten. Selbstverständlich haben alle die gleiche Form und Größe gehabt.

Das verschliffene Kernmaterial aus 2800er Styrodur wiegt 5g für beide Leitwerke (Seite & Hoehe)

Hier die Masse von "Jackodur" aus dem TOOM Baumarkt.

Ein Seitenleitwerk aus DQCell - das HLW hat in etwa genauso viel gewogen. In Summe also knapp 3Gramm mit Verstärkungen. Leider ist zum einen die Oberfläche nicht so toll und die Festigkeit ist nicht mal annähernd so hoch. Schade, es wäre toll gewesen so einfach zwei Gramm einzusparen.

Die Nasenleiste wird 48er Glas beklebt - am Anfang habe ich dafür 3M77 Sprühkleber genommen - jetzt nehme ich 3M ATG 924 Klebstoff-Film. Damit franst es nicht so arg aus und kann auch einfacher aufgeklebt werden. Der Streifen ist 9mm breit und wird mit 45 Grad Ausrichtung geschnitten, damit er sich sauber an der Nasenleiste anlegt.

 

Mit den Verstärkungen an der Nasenleiste hat das Gewicht nicht wesentlich zu genommen.

Hier habe ich die Materialien für einen Satz Leitwerke zugeschnitten: 16K Roving welcher ungefähr zur Hälfte aufgeteilt wird und 36g Aramid für das Scharnier. Auf jeder Seite wird dann später ein CFK Roving dünn gewalzter Roving aufgebracht.

 

Es folgen hier bald noch ein paar Bilder vom laminieren.

Der Folienschlauch wird an einer Seite mit Klebeband verschlossen. Unter dem Anschluss liegt ein dickes Vlies damit die Tüte sich nicht zusammen zieht und ein gleichmäßiger Unterdruck möglich wird.

Die Styrodurkerne werden mit 0.85 bar eingesaugt. Die Küchenrolle dient auch der gleichmässigen Verteilung des Unterdrucks und nimmt überschüssiges Harz auf.

 

Version1:

Besteht aus 8g Kohle Vliess, Nasenleiste aus 25g Glas, Scharnier aus 36g Aramid

Seite 6g Hoehe 7g

Version2:

Besteht aus 25g Glas Nasenleiste aus 25g Glas Scharnier aus 36g Aramid Seite 6g Hoehe 7g

eine Fläche mit einem Roving und 2 25g Glas wiegt

Nach den ganzen Informationen zum Bau eines F3K Leitwerkes, hier mal zur Motivation ein Bild von einem fertigen Modell. Es ist schon was anderes, ob man ein Modell selbst gebaut oder nur gekauft hat.